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  2. Anwendungsbeispiel: Warum Sie nicht auf Schutzsiebe verzichten sollten

28.04.2020

Warum Sie nicht auf Schutzsiebe verzichten sollten

Schutzsiebungen gehören zu den wohl am häufigsten vorkommenden Siebverfahren in industriellen Herstellungsprozessen. Warum Sie auf diesen Prozessschritt nicht verzichten sollten und was ein gutes Schutzsieb ausmacht, erfahren Sie am Beispiel der überabeiteten Engelsmann Siebmaschine JEL Fix II.

Warum schutzsieben?

Schutzsiebe werden eingesetzt, um Schüttgüter von störenden Fremdkörpern und Verunreinigungen zu befreien. Dabei kann es sich beispielsweise um kleine Plastikrückstände oder auch metallische Teile wie Schrauben handeln, die versehentlich in das Produkt gelangen und dieses verunreinigen können. Auch verlorene Messer zum Aufschneiden von Sackware oder Arbeitshandschuhe wurden schon in Produkten gefunden. Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Endprodukte zu gewährleisten, müssen diese Fremdkörper unbedingt abgetrennt werden, bevor sie in die Verkaufsgebinde gelangen. Passiert das nicht, drohen dem Hersteller im schlimmsten Fall Rückrufaktionen und Imageschäden. Doch nicht nur im Endprodukt, auch im Produktionsprozess selbst können Verunreinigungen großen Schaden anrichten. Metallische Teile können beispielsweise das empfindliche Maschinenequipment beschädigen und teure Reparaturen oder Produktionsausfälle verursachen. Schutzsiebe haben daher vor allem zwei Aufgaben: sie verhindern Störungen im Produktionsprozess und stellen sicher, dass das Endprodukt eine durchgängig hohe Qualität aufweist.

Wo werden Schutzsiebe eingesetzt?

Schutzsiebe werden immer dort eingesetzt, wo die Sicherheit des Produktionsprozess oder die Qualität des Produktes durch eine Verunreinigung gefährdet werden könnte. Schutzsiebe können theoretisch an jeder Stelle im Prozess eingesetzt werden, dennoch gibt es einige typische Anwendungsfälle:

Bei der Rohstoffanlieferung

An dieser Stelle sorgen Schutzsiebe dafür, dass Verunreinigungen und Grobanteile gar nicht erst in die Produktion gelangen oder mit eingelagert werden. Denn gerade biologische Verunreinigungen bilden Keime, die sich schnell weiter ausbreiten, und so ganze Rohstoffchargen kontaminieren können. Wird das Schüttgut über Tankwagen oder Silofahrzeuge angeliefert, bietet sich der Einsatz von Tankwagensieben an. Diese werden einfach in die Förderleitung zwischen Silo und Fahrzeug installiert und trennen zuverlässig evtl. vorhandene Fremdkörper ab.

Im Produktionsprozess

Fremdkörper können nicht nur über die zugelieferten Rohwaren in den Produktionsprozess gelangen, auch innerhalb der eigenen Verarbeitungsprozesse kann es zu Verunreinigungen kommen: Metallteile, die sich während des Betriebs oder Wartungsarbeiten unbeabsichtigt von Maschinen lösen und in den Produktstrom fallen, oder Abrieb von metallischen Oberflächen oder Dichtungen. Zur Sicherstellung der benötigten Produktqualität kommen Schutzsiebe daher auch an verschiedenen Stellen des Produktionsprozesses zum Einsatz, z.B. vor dem Produkteintrag in Mischer, Rührwerke oder Zwischenbehälter.

Vor der Abpackung des Endprodukts

Spätestens bevor das Produkt für den Verkauf abgefüllt bzw. verpackt wird, sollte sichergestellt werden, dass das Produkt frei von allen unerwünschten Bestandteilen ist. Verunreinigungen, die bis zu diesem Prozessschritt unentdeckt bleiben, haben direkte Auswirkungen auf die Produktqualität. Schutzsiebe sind somit in vielen Anlagen ein wichtiger Sicherheitsanker bei der finalen Qualitätssicherung von Endprodukten.

Was macht ein gutes Schutzsieb aus?

Platzsparender Aufbau

Auch wenn ihre Funktion enorm wichtig ist: Schutzsiebe sind selten das Herzstück einer Anlage. In den meisten Fällen stellen sie nur einen notwendigen Prozessschritt dar, der möglichst platzsparend in den Produktionsprozess integriert werden soll. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist die JEL Fix II sehr kompakt aufgebaut: Der komplette Siebtrog hat bei einer Siebfläche von 0,50 m² eine Höhe von nur 27 cm. Je nach Bedarf kann die JEL Fix II mit oder ohne Untergestell ausgeführt werden (wahlweise stationär oder fahrbar). Ohne Untergestell kann das Rundsieb auch direkt in bestehende Anlagenkomponenten integriert werden. Das bietet sich besonders bei Big Bag Entleerstationen oder auch Sackschütten zur manuellen Sackaufgabe an. Die Siebe werden in der Regel direkt am Auslauf des Entleertrichters verbaut, sodass die Entleerung und Schutzsiebung in einem Arbeitsschritt erfolgen kann.

Durchsatzleistung

Die Durchsatzleistung einer Schutzsiebmaschine muss genau auf den Produktionsprozess abgestimmt sein, damit das gesiebte Produkt stets in ausreichender Menge und der optimalen Beschaffenheit zur Verfügung steht. Um verschiedene Durchsatzleistungen abbilden zu können, ist die JEL Fix II in drei Baugrößen erhältlich: mit einer Siebfläche von 0,07 m², 0,20 m² und 0,50 m². Dank den einstellbaren Unwuchtscheiben am Vibrationsmotor kann die Leistung des Siebes auch nachträglich verstellt und an verschiedene Schüttgüter und Produktmengen angepasst werden.

Ein weiterer Faktor der die Durchsatzleistung einer Siebmaschine beeinflusst ist die Steckkornbildung. Als Steckkorn bezeichnet man Produktpartikel, die sich während dem Siebprozess in den Maschen des Siebgewebes verklemmen bzw. festsetzen. Um zu vermeiden, dass sich das Siebgewebe immer weiter zusetzt und die Maschine an Durchsatzleistung verliert, werden spezielle Siebabreinigungssysteme eingesetzt. Bei der JEL Fix II kann zwischen einer Ball-, Kugel und einer Ultraschallabreinigung für besonders feine Pulver gewählt werden.

Bedienbarkeit

Auch bei Schutzsieben spielt das Handling natürlich eine große Rolle – die Siebe sollten so komfortabel wie möglich zu bedienen sein. Auch dieser Aspekt fand bei der Entwicklung der neuen JEL Fix II Berücksichtigung: Das Schutzsieb ist komplett werkzeuglos bedien- und demontierbar. Das Siebgehäuse besteht aus einem tellerförmigen Unterteil und Deckel. Beide Teile können separat voneinander aus dem Grundgestell herausgenommen werden, beispielsweise um sie gründlich zu reinigen. Auch der Siebwechsel ist denkbar einfach: Nach dem Lösen einiger Sterngriffe, können Deckel und Siebeinleger einfach aus dem Sieb herausgenommen werden.

Reinigbarkeit und Hygiene

In vielen Branchen steigen die Hygieneanforderungen, die an das eingesetzte Equipment gestellt werden – Schutzsiebe sind da keine Ausnahme. Die Vermeidung von Produktablageflächen und Toträumen, sowie die gute Zugänglichkeit aller Teile, hatte daher oberste Priorität bei der Neukonstruktion der JEL Fix II. Der Schwingrahmen der Siebmaschine ist komplett aus Edelstahl gefertigt und kann je nach Bedarf mit verschiedenen Oberflächenbehandlungen und Rautiefen geliefert werden. Da das Grundgestell komplett aus Rundrohren besteht, ist es außerdem weniger anfällig für Produktablagerungen und lässt sich leichter reinigen. Auch innerhalb des Siebtrogs bleibt es hygienisch: Die neue Profildichtung kann dank ihrer steckbaren Ausführung zur Reinigung einfach herausgenommen und anschließend wieder eingesetzt werden. Sie besteht wahlweise aus Silikon oder TPE und ist konform nach FDA und EG 1935/2004 Standards.

Fazit: Schutzsiebungen sind ein wichtiger Bestandteil bei der Qualitätssicherung von Zwischen- und Endprodukten. An Schutzsiebe stellen Betreiber im Wesentlichen drei Anforderungen: Das Sieb muss sauber und platzsparend in die Anlagenumgebung integriert werden können, Betrieb und Wartung müssen möglichst einfach sein, und es muss eine schnelle und gründliche Reinigung gewährleisten. Mit JEL Fix II bietet Engelsmann ein denkbar einfaches und zuverlässiges Schutzsiebkonzept an, das vor allem mit der guten Reinigbarkeit überzeugt.