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18.09.2019

Mischen auf hohem Niveau: Rhönradmischer für hygienische Produktionsprozesse

Freifallmischer benötigen im Gegensatz zu Zwangsmischern keine beweglichen Mischwerkzeuge wie beispielsweise rotierende Schaufeln oder Paddel. Bei Freifallmischern entsteht der Mischeffekt dadurch, dass der gesamte Mischbehälter, meist durch Drehen oder Taumeln, in Bewegung versetzt wird. Durch den Verzicht auf bewegliche Mischwerkzeuge arbeiten Freifallmischer in der Regel wartungsärmer und energiesparender als Zwangsmischer. Da das Mischgut rein durch die Schwerkraft im Fass bewegt wird, können mit Freifallmischern besonders schonende Mischprozesse abgebildet werden – ein Vorteil bei bruchempfindlichen Produkten. Auch was die Anwendungsbereiche angeht, stehen Freifallmischer den Zwangsmischern in nichts nach: vom Mischen über das Einfärben bis hin zum Dispergieren oder Auflösen von Flüssigkeiten in Feststoffen, ist alles möglich. Auch die Schüttgutexperten der Firma Engelsmann bieten mit dem Rhönradmischer JEL RRM einen Freifallmischer an, der neben guten Mischergebnissen auch ein werkzeugfreies Handling bietet und ab sofort auch in einer speziellen Hygienic Design Variante erhältlich ist.

Der Rhönradmischer JEL RRM besteht aus einer Rollenbahn, dem Rhönrad mit Fassaufnahme und einem Mischbehälter. Die Rollenbahn bildet das Grundgestell für alle weiteren Komponenten. An ihr befindet sich auch der Antrieb, der die Rollen in Bewegung versetzt. Der Mischbehälter, in den meisten Fällen ein Edelstahlfass, wird mit dem Mischgut befüllt und schräg in die Fassaufnahme des Rhönrades eingelegt. Das Fass wird mittels einem Spanngurt festgezurrt, sodass es während dem laufenden Betrieb nicht wegrutscht. Anschließend wird das Rhönrad mitsamt dem Fass auf die Rollenbahn gesetzt. Wird der JEL RRM mit einer Auffahrrampe ausgestattet, kann das Rhönrad einfach über die Rampe auf die Bahn gerollt werden.

Beim Start des Mischvorgangs dreht sich das Rhönrad auf der Rollenbahn um die eigene Achse und versetzt somit das Fass in eine Taumelbewegung. Aufgrund der geneigten Fasslage entsteht eine dreidimensionale Mischbewegung, die das Mischgut im Fassinneren gleichmäßig umschichtet. Dadurch wird eine intensive Durchmischung der Komponenten gewährleistet, auch wenn eine Mischkomponente eine geringere Materialmenge aufweist. Nachdem der Mischvorgang beendet ist, kann das Fass aus dem Mischer entnommen werden. Dazu wird das Rhönrad wieder aus der Rollenbahn gehoben oder gerollt. Nach dem Lösen der Spanngurte kann das Fass einfach herausgenommen werden. Der gesamte Fasswechsel erfolgt werkzeugfrei.

JEL RRM: anpassbar an individuelle Gegebenheiten

Von feinen Pulvern über körnige und granulatförmige Schüttgüter bis hin zu Flüssigkeiten und pastösen Medien kann mit dem JEL RRM alles verarbeitet werden. Um den Rhönradmischer auch nachträglich noch perfekt an das jeweilige Mischgut anpassen zu können, kann der JEL RRM wahlweise mit variabler Drehzahl betrieben werden. Die Intensität der Mischbewegung kann dadurch jederzeit reguliert werden. So können beispielsweise agglomerierte oder schwer mischbare Produkte stark beschleunigt werden, während empfindliche Produkte bei einer geringen Drehzahl schonend durchmischt werden. Vor allem für Betreiber die häufig mit wechselnden Produkten oder Unterschieden in der Produktbeschaffenheit konfrontiert werden, ist die variable Einstellung der Drehzahl eine sinnvolle Option.

In manchen Fällen reicht die dreidimensionale Bewegung des Rhönradmischers nicht aus, um den gewünschten Mischeffekt zu erzielen. Dies ist beispielsweise oft bei schwer fließenden Schüttgütern der Fall. Mischhilfen wie der Dreiflügelmischeinsatz von Engelsmann schaffen hier Abhilfe. Dieser Mischeinsatz besteht aus einer Achse mit drei gelochten Edelstahlflügeln und kann bei Bedarf einfach in das Fass eingesetzt werden. Durch das Aufsetzen des Fassdeckels wird der Mischeinsatz fest im Fass verankert, ohne dass er darin verschraubt werden muss. Dadurch kann er bei Bedarf auch schnell und werkzeugfrei wieder entfernt werden, beispielsweise zu Reinigungszwecken oder bei einem Produktwechsel. Sobald der Mischvorgang startet, wird das Mischgut durch die Löcher des Mischeinsatzes befördert, wodurch die Mischintensität verbessert wird. Auch bei agglomerierten Produkten kann ein Mischeinsatz sinnvoll sein, um Klumpen aufzubrechen. Der Mischeinsatz selbst steht statisch im Fass, sodass der Mischvorgang immer noch produktschonend abläuft.

Bei sehr speziellen Kundenanforderungen kann der Rhönradmischer auch konstruktiv im Rahmen einer Sonderausführung angepasst werden. Rhönradmischer die bis zu vier Fässer aufnehmen können oder fahrbare Modelle sind nur einige Beispiele für Sonderkonstruktionen, die Engelsmann bereits umgesetzt hat. Auch andersartige Mischbehälter wie kleine Container, Kunststoff- oder Glasflaschen können nach konstruktiver Anpassung im JEL RRM eingespannt werden. In jedem Fall wird der Mischer individuell an die jeweiligen Anforderungen und die Gegebenheiten vor Ort angepasst.

Sicherheit und Hygiene

Um einen hohen Bedienerschutz zu gewährleisten, empfiehlt Engelsmann generell den Einsatz von Schutzumwehrungen. Diese Umwehrungen sind häufig aus Plexiglas oder Alugitter gefertigt und verhindern, dass das Bedienpersonal während dem laufenden Betrieb in die beweglichen Teile des Mischers greift. Von der kleinen Schutzhaube mit aufklappbarem Deckel bis hin zur begehbaren Schutzumwehrung mit Bedienpodest, bietet Engelsmann für alle Platzverhältnisse eine passende Lösung.

Um dem gestiegenen Bedarf an hochwertigen und hygienischen Mischern gerecht zu werden, bietet Engelsmann den JEL RRM nun auch in einer speziellen Hygienic Design Variante an. Oberste Priorität in hygienesensiblen Branchen: das Equipment muss gründlich reinigbar sein und möglichst keine Angriffsflächen für Produktablagerungen und Verschmutzungen bieten. Erreicht wird das bei der Hygienevariante des Rhönradmischers vor allem durch konstruktive Maßnahmen: Beispielsweise besteht die Rollenbahn aus einem einzigen geschweißten Edelstahl-Bauteil, anstatt aus verschiedenen zusammengebauten Einzelteilen. Versteift wird die Rollenbahn durch Querrohre, die dank ihrer runden Form ebenfalls keine Ablagefläche für Produktreste oder Verschmutzungen bieten. Die Fassaufnahme besteht bei der Hygienic Design Version nicht aus einem Spanngurt, sondern aus einer doppelten Edelstahl Verschalung, wobei eine Halbschale fest im Rhönrad installiert ist. Sobald das Fass in das Rhönrad eingesetzt ist, wird die zweite Halbschale auf dem Fass platziert. Beide Verschalungen werden mittels Sterngriffen festgezogen, sodass der Mischbehälter sicheren Halt hat. Damit das Fass auch während dem laufenden Betrieb fest im Rhönrad sitzt, sind beide Halbschalen auf der Innenseite mit einer speziellen, FDA-konformen Anti-Rutsch-Beschichtung überzogen. Angetrieben wird der Rhönradmischer über einen Aseptikmotor, der mit seinem glatten Gehäuse optimal für den Einsatz in hygienesensiblen Branchen geeignet ist.

Auch der optional erhältliche Dreiflügelmischeinsatz, der zur Optimierung der Mischintensität in das Fass eingesetzt werden kann, wurde für die Hygienic Design Variante auf den Prüfstand gestellt: Der Korpus des Mischeinsatzes besteht aus einem einzigen, massiven Edelstahlteil - ohne verlierbare Teile wie Schrauben und Muttern. Die Flügel des Mischeinsatzes sind mit steckbaren Federklemmleisten ausgestattet, die zu Reinigungszwecken einfach abgenommen und anschließend wieder aufgesteckt werden können.

Anders als z.B. bei Trommelmischern, bei denen im Mischbehälter feste Mischwerkzeuge installiert sind, ist das Fassinnere bei Rhönradmischern vollkommen totraumfrei. Der gesamte Mischer wird in der Hygieneversion aus Edelstahl gefertigt, wobei die Oberflächen wahlweise in verschiedenen Rautiefen geschliffen oder alternativ elektropoliert werden.

Fazit: Freifallmischer wie der Rhönradmischer JEL RRM sind für eine Vielzahl an Mischaufgaben einsetzbar. Durch den Verzicht auf rotierende Mischwerkzeuge überzeugt dieser Mischertyp vor allem durch eine schonende, wartungsarme und energieeffiziente Arbeitsweise. Wird das Equipment nach Hygienic Design Kriterien konstruiert, ist auch der Einsatz in hygienesensiblen Branchen wie der Food- oder Pharmaindustrie ohne Risiko möglich.