Geschichte
Als Jean Engelsmann, Gründer der J. Engelsmann AG, Ende letzten Jahrhunderts, von Bad Kreuznach nach Ludwigshafen kam, war ganz Deutschland in wirtschaftlicher Aufbruchstimmung. Damals entstanden viele neue angehende Industrieunternehmen, von denen sich bis auf den heutigen Tag nur wenige erfolgreich behaupten konnten. Eines davon ist die J. Engelsmann AG, ein Spezialist für anspruchsvolle Anwendungen in der mechanischen Verfahrenstechnik.
Mit einer Handvoll Arbeitskräften begann Jean Engelsmann 1873 mit der Herstellung und dem Vertrieb von Mühlsteinen und anderen Bedarfsgegenständen der Getreidemüllerei. 1911 waren die Werkstätten zu klein geworden und man zog an den jetzigen Firmensitz in der Frankenthaler Straße um. Zugleich wurden die Mühlsteine immer mehr von Vermahlungsmaschinen verdrängt, und die Mechanisierung der Mühlen machte den Einsatz von Elevatoren, Förderschnecken, Siebmaschinen sowie Aufgabe- und Dosierstationen erforderlich. Daneben fanden die damals etwa 30 Mitarbeiter des bereits 1922 in eine Aktiengesellschaft umgewandelten Unternehmens durch die aufstrebende chemische Industrie in Ludwigshafen neue Einsatzfelder für ihre Produkte. Besonderes Interesse erweckte in der chemischen Industrie die schon in größeren Mühlenbetrieben gut eingeführte Prüfsiebmaschine zur Analyse von Kornmischungen.
Nach dem zweiten Weltkrieg verabschiedete man sich dann endgültig von den Tätigkeiten für die Müllereibetriebe. Es begann das Zeitalter der Kunststoffe, und man übertrug die bisherigen Erfahrungen auf den Gebieten der Sieb-, Förder- und Mischtechnik auf die neuen Schüttgüter aus Kunststoff. Allerdings verlangte die Chemieindustrie nun eine erheblich höhere Präzision, größere Maschinendimensionen und die Verwendung hochwertiger Werkstoffe, insbesondere von rostfreiem Edelstahl.
In den Folgejahren wurde das Produktionsprogramm ausgeweitet: zum einen erfolgte ausgehend von der Mischtechnik der Einstieg in die Trocknungstechnik; zum anderen wurden von den Kunden immer mehr automatisierte Arbeitsabläufe gefordert, und die Produkte sollten auch aus hygienischen Gründen so wenig wie möglich von Mitarbeitern berührt werden. Dies führte in der Fördertechnik und im gesamten Handling mit Schüttgütern zu hohen Oberflächengenauigkeiten, komfortablen Reinigungsmöglichkeiten und zur Einführung von Hard- und Software-Komponenten der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Ganz nebenbei erschloss man sich durch diese Entwicklungsschritte auch den Zugang zur Pharma- und Lebensmittelindustrie.







